Interaktivität: Unterschied zwischen den Versionen

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==Definition==
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Peter Baumgartner versteht unter Interaktivität „die Möglichkeit, daß Benutzer nicht bloß Rezipienten sind, sondern in den medial vermittelten Informations-, Kommunikations- und Lernprozeß gestaltend eingreifen. Dies betrifft sowohl die Gestaltung der Inhalte, ihre Reihenfolge als auch die Zeit, die mit einzelnen Phasen des Prozesses zugebracht wird. “ [1]
Peter Baumgartner versteht unter Interaktivität „die Möglichkeit, daß Benutzer nicht bloß Rezipienten sind, sondern in den medial vermittelten Informations-, Kommunikations- und Lernprozeß gestaltend eingreifen. Dies betrifft sowohl die Gestaltung der Inhalte, ihre Reihenfolge als auch die Zeit, die mit einzelnen Phasen des Prozesses zugebracht wird. “ <sup>1</sup>


Rolf Schulmeister, Professor am Interdisziplinären Zentrum für Hochschuldidaktik an der  Universität Hamburg, bezeichnet mit Interaktivität den aktiven Umgang  des Lernenden mit Lernobjekten. [2]
Rolf Schulmeister, Professor am Interdisziplinären Zentrum für Hochschuldidaktik an der  Universität Hamburg, bezeichnet mit Interaktivität den aktiven Umgang  des Lernenden mit Lernobjekten.<sup>2</sup>


==Stufen der Interaktivität==
==Stufen der Interaktivität==
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Johannes Haack ist ebenfalls der Ansicht, dass Programme durch ein unterschiedliches Maß an Interaktivität gekennzeichnet sind. Lernprogramme können nach ihm bestimmten Stufen der Interaktion zugeordnet werden, je nach Anzahl an Eingriffs- und Steuermöglichkeiten für den Benutzer. <br />
Johannes Haack ist ebenfalls der Ansicht, dass Programme durch ein unterschiedliches Maß an Interaktivität gekennzeichnet sind. Lernprogramme können nach ihm bestimmten Stufen der Interaktion zugeordnet werden, je nach Anzahl an Eingriffs- und Steuermöglichkeiten für den Benutzer. <br />
Bei den sogenannten impliziten Interaktionen ist kaum eine Interaktivität vorhanden. Der Lernende ist beim Rezipieren, Lesen, Zuhören und Anschauen von Lernstoffen rein passiv und folgt einer vorgegebenen Reihenfolge.  Durch Implementierung der folgenden Merkmale kann nach Haack ein immer höheres Maß an Interaktivität erreicht werden [3]:    
Bei den sogenannten impliziten Interaktionen ist kaum eine Interaktivität vorhanden. Der Lernende ist beim Rezipieren, Lesen, Zuhören und Anschauen von Lernstoffen rein passiv und folgt einer vorgegebenen Reihenfolge.  Durch Implementierung der folgenden Merkmale kann nach Haack ein immer höheres Maß an Interaktivität erreicht werden:<sup>3</sup>    
* Zugreifen auf bestimmte Informationen, Auswählen, Umblättern
* Zugreifen auf bestimmte Informationen, Auswählen, Umblättern
* Ja/Nein-  und Multiplechoice- Antwortmöglichkeiten und Verzweigen auf entsprechenden Zusatzinformationen   
* Ja/Nein-  und Multiplechoice- Antwortmöglichkeiten und Verzweigen auf entsprechenden Zusatzinformationen   
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==Interaktivität und Lernen==
==Interaktivität und Lernen==
Der Interaktivität wird für das Lernen große Bedeutung beigemessen. Sie regt zum selbständigen Überprüfen von Vermutungen, selbstgesteuerten Erkunden von Zusammenhängen und zum aktiven Denken an. Auf diese Weise wird entdeckendes Lernen möglich und selbständiges Arbeiten gefördert. Strzebkowski und Kleeberg sehen aus diesen Gründen die Interaktivität als „eine  der bedeutendsten, wenn nicht die fundamentalste Eigenschaft von didaktischen [[Multimedia|Multimediaanwendungen]]“. Sie sind der Ansicht, dass „sie sowohl im kognitiven als auch im motivationalen Bereich eine tiefe Wirkung hinterlässt.“ [4].  
Der Interaktivität wird für das Lernen große Bedeutung beigemessen. Sie regt zum selbständigen Überprüfen von Vermutungen, selbstgesteuerten Erkunden von Zusammenhängen und zum aktiven Denken an. Auf diese Weise wird entdeckendes Lernen möglich und selbständiges Arbeiten gefördert. Strzebkowski und Kleeberg sehen aus diesen Gründen die Interaktivität als „eine  der bedeutendsten, wenn nicht die fundamentalste Eigenschaft von didaktischen [[Multimedia|Multimediaanwendungen]]“. Sie sind der Ansicht, dass „sie sowohl im kognitiven als auch im motivationalen Bereich eine tiefe Wirkung hinterlässt.“.<sup>4</sup>  
Haack sieht den Vorteil interaktiver Anwendungen in der Möglichkeit individualisiertes Lernen zu fördern und die Lernenden aktiv einzubeziehen [3].
Haack sieht den Vorteil interaktiver Anwendungen in der Möglichkeit individualisiertes Lernen zu fördern und die Lernenden aktiv einzubeziehen.<sup>3</sup>
==Literatur==
==Literatur==
[1] Baumgartner, P. (1997): Evaluation vernetzten Lernens: 4 Thesen. In:  Simon, H. (1999) (Hrsg.): Virtueller Campus. Forschung und Entwicklung  für neues Lehren und Lernen. Münster: Waxmann, S.  131–146<br />
<sup>1</sup> Baumgartner, P. (1997): Evaluation vernetzten Lernens: 4 Thesen. In:  Simon, H. (1999) (Hrsg.): Virtueller Campus. Forschung und Entwicklung  für neues Lehren und Lernen. Münster: Waxmann, S.  131–146<br />
[2] Schulmeister, R. (2002): Taxonomie der Interaktivität von Multimedia –  ein Beitrag zur aktuellen Metadaten-Diskussion. In: Informationstechnik  und Technische Informatik 44, Oldenburg Verlag,  S. 193-199 <br />
<sup>2</sup> Schulmeister, R. (2002): Taxonomie der Interaktivität von Multimedia –  ein Beitrag zur aktuellen Metadaten-Diskussion. In: Informationstechnik  und Technische Informatik 44, Oldenburg Verlag,  S. 193-199 <br />
[3] Haack, Johannes (2002) : Interaktivität als Kennzeichen von Multimedia und Hypermedia. In: Issing, Klimsa: Information und Lernen mit  Multimedia und Internet. Weinheim: Beltz, S. 128-129 <br />
<sup>3</sup> Haack, Johannes (2002) : Interaktivität als Kennzeichen von Multimedia und Hypermedia. In: Issing, Klimsa: Information und Lernen mit  Multimedia und Internet. Weinheim: Beltz, S. 128-129 <br />
[4] Strzebkowski, R./Kleeberg, N. (2002): Interaktivität und Präsentation  als Komponenten multimedialer Lernanwendungen. In: Issing/Klimsa (2002):  Information und Lernen mit Multimedia und Internet. Weinheim: Beltz,  S.  231 <br />
<sup>4</sup> Strzebkowski, R./Kleeberg, N. (2002): Interaktivität und Präsentation  als Komponenten multimedialer Lernanwendungen. In: Issing/Klimsa (2002):  Information und Lernen mit Multimedia und Internet. Weinheim: Beltz,  S.  231 <br />